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Josef Haimerl übergab die Außenstellenleitung

02.08.2015

(Klick vergrößert) v.li. Monika Winter, Anastasia Kenty, Manuela Distler, Josef Haimerl, Landesvors. Josef Wittmann

Nach 26 Jahren aktiver Opferhilfe, davon 16 Jahre als Leiter der Außenstelle des WEISSEN RINGS in Neumarkt, hat Josef Haimerl nunmehr zum 1. Juli sein Ehrenamt niedergelegt. Seine Vertreterin, Anastasia Kenty - bereits 20 Jahre aktiv, wurde vom Landesvorsitzenden Josef Wittmann mit der Leitung beauftragt.

 (07/2015)  Der Wechsel erfolgte bei einem Treffen der bisherigen Opferhelfer mit ihrem Außenstellenleiter Josef Haimerl im Brauereigasthof Winkler. Hierzu war Landesvorsitzender Josef Wittmann gekommen. Josef Haimerl war nie der Helfer, der sich verbal in den Vordergrund schob, sondern war zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Zum WEISSEN RING kam er als die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Februar 1989 in Parsberg ein Schafkopfturnier mit anschließender Tombola veranstaltete. Der Erlös von 12.500 D-Mark wurde an den WEISSEN RING übergeben. Die Spende hat der damalige Regionalbeauftragte des WEISSEN RINGS, Oberstaatsanwalt Hans Sachs, bekannt durch die Ratesendung „Was bin ich“, übernommen. Das war die Stunde für Josef Haimerl, sich selbst für den WEISSEN RING einzubringen. Er wurde nicht nur Mitglied, sondern brachte sich von März 1989 bis 1999 als Opferhelfer ein. Als Hans Kerscher, der damalige Außenstellenleiter in den Ruhestand ging, übernahm Haimerl 1999 die Außenstelle Neumarkt. Diese leitete er bis Ende Juni 2015. Aufgrund seiner Erfahrungen in der Opferarbeit, aber auch aus seiner Dienstzeit als Polizeibeamter, war er als Referent in Fortbildungsseminaren, vereinseigenen Schulungen und bei den ehrenamtlichen Helfern im Bereich Süddeutschland ein gern gesehener Gast. Seit 2002 wirkte er beim zweiten Satzungsziel in der Prävention und bei der Therapie von Sexualstraftätern in der Justizvollzugsanstalt Amberg mit. 2014 war er bei der Gründung eines „Runden Tisches" für den Themenbereich „Häusliche Gewalt" unter Führung des Landratsamtes Neumarkt mit eingebunden.   Für seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde Haimerl 2004 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Dem folgte 2013 die Bundesverdienstmedaille, verliehen vom Bundespräsidenten. Seinen Rücktritt begründete Josef Haimerl mit einer bei der letzten Delegiertenversammlung vorgenommenen Satzungsänderung. Diese Änderung, veranlasst durch eine EU-Richtlinie, könne er nicht mittragen. So konsequent wie er sich für die Kriminalitätsopfer einsetzte, so konsequent auch seine Reaktion, die von seinen Außenstellenleiterkolleginnen und -kollegen bedauert wurde. Mit Haimerl scheiden auch die beiden Ehrenamtlichen, Monika Winter und Martin Pröll aus, die sich je drei Jahre in den Dienst des WR gestellt hatten. Landesvorsitzender Josef Wittmann dankte Haimerl, Winter und Pröll für deren Engagement und wünschte ihnen alles Gute.   Für die Opferarbeit stehen aktuell Anastasia Kenty und Manuela Distler zur Verfügung. (Roland Holzmann, stv. Landesvors.)