Bayern-Nord
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Landestagung in Schwabach

06.12.2015

(Klick vergrößert) v.li. Außenstellenleiter Wolf / Bundesvors. Müller-Piepenkötter / Landesvors. Wittmann / Bürgermeister Oeser / Richterin Schwarz

Am 5. Dez. 2015 fand die Landestagung des WEISSEN RING Nordbayern in Schwabach statt. Die Außenstellenleiter/innen von Unter-, Mittel- und Oberfranken, sowie der Oberpfalz, die jeweils noch eine Person aus ihrem Team mitbringen konnten, trafen sich zum Informationsaustausch in einer Gaststätte.

Landesvorsitzender Josef Wittmann konnte im vorgeschalteten öffentlichen Teil Gäste aus Politik, Justiz und Polizei begrüßen, sowie die Bundesvorsitzende Roswitha Müller-Piepenkötter (ehem. Justizministerin). Udo Wolf , Außenstellenleiter von Schwabach, begrüßte die Teilnehmer. stellte seine Außenstelle vor und berichtete über die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen. Der Bürgermeister von Schwabach, Dr. Roland Oeser (Bild 1), sprach ein Grußwort und lud die Teilnehmer ein, sich noch eine Weile wegen der Sehenswürdigkeiten in der Stadt aufzuhalten. Er betonte, dass der WEISSE RING in Schwabach gute Arbeit leiste und er sich freue, dass dies auch in Zusammenarbeit mit anderen Hilfseinrichtungen gut funktioniert. Die Bundesvorsitzende, Roswitha Müller-Piepenkötter (Bild 2), dankte den Anwesenden und allen Aktiven für ihren beispiellosen Einsatz für die Opfer von Straftaten in den einzelnen Außenstellen. Sie berichtet, dass das Ansehen in der Öffentlichkeit des WEISSEN RING in den letzten Jahren erheblich gestiegen sei. Bei einer Umfrage in diesem Jahr habe der WEISSE RING sogar einmal den dritten Platz erreichen können. Frau Müller-Piepenkötter berichtete auch von geplanten gesetzlichen Änderungen, die sowohl den Opfern zu Gute kommen sollen, aber auch von möglichen Nachteilen . Im kommenden Jahr wird der WEISSE RING 40 Jahre alt und hier sind einige öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen in Vorbereitung. Jede Außenstelle ist aufgefordert, auch auf örtlicher Ebene aktiv zu werden und das Jubiläum in irgendeiner Art und Weise bekannt zu machen. Die Leiterin der Krimininalpolizei Schwabach, Frau Cora Miguletz (Bild 3), betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und WEISSER RING. Obwohl es inzwischen auch Opferschutzbeauftragte gibt, ist die Tataufklärung Hauptaufgabe der Polizei. Frau Miguletz gab einen Überblick über die Opferrolle in den letzten Jahren, sowohl im gesetzgeberischen Verfahren als auch bei der Polizei. Die Stellung der Opfer im Strafverfahren wurde in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Die Festrede hielt die Direktorin am Amtsgericht Schwabach, Frau Sabine Schwarz. Sie erklärte, dass der Staat einen Spagat machen müsse um einerseits dem Strafanspruch des Staates gerecht zu werden und andererseits aber auch die Opfersituation nicht außen vorlassen könne. Opferzeugen sind zur Tataufklärung wichtig, wobei der Zeugenauftritt vor Gericht eine außergewöhnliche Belastung für die Opfer darstellt. Frau Schwarz sprach auch die Problematik der Zeugenaussage im Hinblick auf die Wahrnehmungen beim Tatgeschehen an. Bewährt habe sich das "Güterichterverfahren" im Zivilprozess bei Schadenersatz und Schmerzensgeldforderungen der Opfer, da dies ohne Öffentlichkeit in einer anderen Atmosphäre stattfinde. Frau Schwarz dankte, dass sich der WEISSE RING auch bei der Begleitung der Opfer im Gerichtsverfahren einbringe, da menschlicher Beistand im Gerichtsprozess ein wichtiger Bestandteil sei. Im nichtöffentlichen Teil der Veranstaltung berichtete Kurt Stiermann (Bild 4), Leiter der Außenstellen Nürnberg und Fürth, über das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich mit der derzeitigen Situation der Außenstellen in Nordbayern beschäftigte. Ausbildungsstand und Arbeitsbelastungen wurden erhoben und die Anforderungen an die Opferhelfer analysiert. Die Arbeitsgruppe erarbeitete auch, wie eine ideale Außenstelle aussehen könne. Klaus Kozuch (Bild 5), Außenstellenleiter in Cham, ist seit November als Präventionsbeauftragter für Bayern-Nord bestellt. Er stellte seine Vorstellungen von praktischer Prävention vor und gab Hinweise, wie die Umsetzung vor Ort möglich sein kann. Der Landesvorsitzender Wittmann gab noch personelle Veränderungen in den Außenstellen bekannt, teilte diverse Termine mit und nannte den Besprechungstermin der Jugendbeauftragten, die sich aus ganz Bayern treffen. Die Mitgliederzahl sinkt, insbesondere durch Todesfälle der Mitglieder aus den Anfängerjahren. Es folgte der Aufruf auch hier tätig zu werden. Teilnehmer Gegen 16 Uhr wurde die Tagung beendet und viel hatten noch weite Rückreisen vor sich.(Roland Holzmann, stv. Landesvors.)