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Außenstellenleitertagung 6. / 7. August in Karlstadt

Landesvorsitzender Josef Wittmann

 

Am Freitag, 6. August und Samstag, 7. August 2021 trafen sich die Außenstellenleiter*innen im Hotel „Mainpromenade“ in Karlstadt/Main zu ihrer Außenstellenleitertagung. Landesvorsitzender Josef Wittmann begrüßte die Teilnehmer aus ganz Nordbayern – von Aschaffenburg bis Cham und Coburg bis Regensburg.

 

Manfred Wirth von der gastgebenden Außenstelle stellte den Landkreis Main-Spessart vor und berichtete von der aktuellen Situation der Außenstelle.
Flächenmäßig ist die Außenstelle Main-Spessart die größte in Unterfranken. Zu ihr gehören die ehemaligen Landkreise Lohr, Gemünden und Karlstadt. Sie grenzt im Westen an die Landkreise Aschaffenburg und im Osten an Schweinfurt.

stv. Landesvorsitzender Wolfgang Schwarz

 

Stv. Landesvorsitzender Wolfgang Schwarz referierte über die „WEISSER RING-Mail“. Das interne WR-Mail-System ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte elektronische Kommunikation, datenschutzkonform und dem Bedürfnis der Opfer nach Vertraulichkeit entsprechend.  

Doris Klingseisen, Präventionsbeauftragte für Nordbayern

 

Doris Klingseisen, Präventionsbeauftragte für Nordbayern von der Außenstelle Cham, hatte das Thema „Cybermobbing / Prävention“ den Teilnehmern näher zu bringen. In der Satzung des WEISSEN RINGS ist Kriminalitätsvorbeugung als eines von fünf Vereinszwecken definiert. Frau Klingseisen zeigte Möglichkeiten auf, wie und wo Präventionsarbeit angebracht ist. Am Beispiel Cybermobbing wurden die Folgen für die Opfer (vorwiegend Jugendliche) dargestellt. Themen wie: Warum schweigen die Opfer – Warnsignale erkennen – Was tun die Opfer – welche Straftatbestände können in Frage kommen, stellten die Gesamtproblematik dar.

Riccarda Theis von der Bundesgeschäftsstelle in Mainz sprach zum Thema „Stalking und StalkingApp“. Stalking kann jeden treffen, unabhängig von Geschlecht, Alter und sozialer Schicht. Es beeinträchtigt die Lebensqualität des Opfers, die psychische Gesundheit und kann im Extremfall in Gewalt ausarten. Stalking-Opfer sind oftmals auf sich allein gestellt und unsicher, wie sie gegen ihre Peiniger vorgehen sollen. Was viele Betroffene nicht wissen: Stalking ist eine Straftat. Damit Betroffene, Täter überführen und rechtliche Schritte einleiten können, brauchen sie handfeste Beweise.

Riccarda Theis von der Bundesgeschäftsstelle in Mainz

 

Die WEISSER RING Stiftung hat deshalb die App „NO STALK“ entwickelt. Mit der APP können Betroffene von Stalking die Handlungen des Täters mit dem Smartphone beweiskräftig sichern und dokumentieren (Fotos, Videos, WhatsApp, Sprachnachrichten). Die so gesammelten Beweismittel werden wie in einem Tagebuch gesammelt - auf einem geschützten Server in Deutschland. Die lückenlose Dokumentation der Stalking-Vorfälle ist Voraussetzung für die Einleitung rechtlicher Schritte.
Siehe auch HIER

Für den Abend hatte Außenstellenleiter Manfred Wirth eine Stadtführung organisiert.


Am nächsten Tag konnte der Landesvorsitzende Wittmann zwei weitere Referenten sowie Frau Sabine Sitter, Landrätin Main-Spessart und den 1. Bürgermeister von Karlstadt/Main, Michael Hombach, begrüßen.

Sabine Sitter stellte kurz den Landkreis Main-Spessart vor und sprach den Dank an die Opferhelfer*innen aus. Sie bezog sich hierbei auch auf den Anschlag vor einigen Wochen in Würzburg, bei dem ein Todesopfer in ihrem Landkreis lebte. Frau Sitter übergab eine Spende für das Sonderkonto beim WEISSEN RING für die Anschlag-Opfer.

v.li. 1. Bürgermeister Michael Hombach - Landrätin Sabine Sitter bei der Spendenübergabe – Landesvorsitzender Wittmann, der die Spende entgegen nimmt

 

1. Bürgermeister Michael Hombach begrüßte die Tagungsteilnehmer und lobte die Arbeit des WEISSEN RINGS, wobei er insbesondere den örtlichen Außenstellenleiter Manfred Wirth im Auge hatte. Er stellte die Arbeit der Opferhelfer als vorbildlich für die Gesellschaft dar.
 

Thomas Kerner vom Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) hielt einen Vortrag zum Thema „Traumazentren/Traumaambulanzen in Bayern“.

Traumaambulanzen sind in der Regel an psychiatrischen Einrichtungen implementiert. Sie dienen zur schnellen und niederschwelligen psychotherapeutischen Unterstützung nach Gewalttaten. Sie sollen zur Verhinderung des Entstehens oder der Chronifizierung dauerhafter psychischer Gesundheitsstörungen bei Betroffenen von Gewalttaten bzw. anderen schädigenden Ereignissen beitragen. Die Voraussetzungen sind im

2 SGB XIV vom 1.1.2021 geregelt. Eine Erweiterung tritt an 1.1.2024 in Kraft

Thomas Kerner (li) und Horst Bruns


Horst Bruns vom Landschaftsverband Rheinland berichtete über Erfahrungen aus 25 Jahren OEG / Traumaambulanzen im Rheinland. Dort wurde bereits vor 25 Jahren mit dem Aufbau begonnen.

Folgende Fragen sind immer im Auge zu behalten:
- Wie können mehr Betroffene eine OEG-Traumaambulanz erreichen?
- Welche Barrieren bestehen für bestimmte Personengruppen?
- Wie kann eine flächendeckend gute Qualität der Behandlung erreicht werden?
- Wie kann eine weitere Unterstützung erfolgen?

Als nächster Punkt standen Ehrungen langjähriger aktiver Opferhelfer auf dem Programm.

Als Dank für ihre ehrenamtliche Tätigkeiten beim WEISSEN RING  erhielten die Jubilare eine, vom Bundesvorsitzenden Jörg Ziercke unterzeichnete Urkunde, eine Anstecknadel und je nach aktiver Zeit ein Präsent.

Zur persönlichen Entgegennahme ihrer Auszeichnung waren nur wenige erschienen. Den anderen wird die Auszeichnung von ihrer Außenstellenleitung übergeben.
v.li. Josef Wittmann - Klara Wirth - Elke Yassin-Radowsky - Uta Jones - Anna Himmel - Wiltrud Werner
 

Der Landesvorsitzende, Josef Wittmann, gab dann noch „Aktuelles im Verein“ auf Bundes- und Landesebene bekannt. So ergaben sich doch in der Pandemiezeit einige personelle Veränderungen. Mitgliederzahlen und Bußgeldzuweisungen wurden erwähnt und die Termine für 2022 bekannt gegeben. Demnach sollen die 2020 ausgefallenen Versammlungen mit Neuwahlen im Mai 2022 für Nordbayern und am 16.9.22 für den Bund stattfinden.

Josef Wittmann dankte allen, die zur Tagung kamen, für ihr engagiertes Mitarbeiten und wünschte eine gute Heimfahrt.

Text und Foto: R. Holzmann